Abschnittsübersicht

    • Wer sagt: „Ich finde das übertrieben", hat ein Recht auf diese Meinung. Aber er hat nicht das Recht, damit das Erleben einer anderen Person für ungültig zu erklären. Grenzen existieren nicht dort, wo man sie objektiv beweisen kann, sondern dort, wo eine Person sie erlebt. Das zu respektieren, ist keine Frage der Sensibilität. Es ist eine Frage des Grundrespekts.

      Ich urteile nicht darüber, ob das Grenzempfinden einer anderen Person „richtig" oder „falsch" ist.

      Grenzen zu ziehen ist kein Angriff. Es ist Selbstschutz. Und wer Grenzen anderer respektiert, schützt nicht nur sie. Er schützt auch sich selbst: vor Vorwürfen, vor Missverständnissen, vor Situationen, die außer Kontrolle geraten. Das Zwei-Erwachsenen-Prinzip, das Vier-Augen-Prinzip, die Regel gegen Einzelsettings — das sind keine bürokratischen Hürden. Sie sind Schutzräume. Für Sportler*innen und für Trainer*innen.

      Klare Grenzen im Vereinsalltag sind kein Misstrauen. Sie sind professionelle Fürsorge.

      Niemand zieht Grenzen immer richtig. Es passiert, dass man in guter Absicht und ohne es zu bemerken zu nah geht. Das ist menschlich. Gerade deshalb sollte man es nicht verdrängen, wenn man darauf hingewiesen wird. Wer als Trainer, als Ansprechperson, als Vorstandsmitglied in einer verantwortlichen Position ist, muss in der Lage sein, Rückmeldungen anzunehmen. Nicht als Angriff, sondern als Information.

      Wenn mir jemand sagt, ich habe eine Grenze überschritten, höre ich zuerst zu — bevor ich mich erkläre.

    • Selbstverpflichtung

    • Abschlusstest

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